Website Erstellung Ansätze

Wo scheitern DIY Personen/Unternehmen fast immer?
1, 2, 3 und 6.

Was wird DIY Leuten mit Wix/Jimdo/Webflow etc verkauft?
Teile von 3, 4, 5 und 7.

Was zählt wirklich?
1, 2, 3 und 6

Was ist mit Abstrichen nicht so relevant?
4 und 5

Die Grundschritte

  1. Zweck & Zielgruppe klären
  2. Inhalt definieren und erstellen (was wird kommuniziert)
  3. Funktion festlegen (was muss die Site können)
  4. Design entwickeln (wie sieht es aus, wie fühlt es sich an)
  5. Tech Stack wählen (womit wird gebaut)
  6. Umsetzung
  7. Launch & Wartung

1. Zweck & Zielgruppe

  • Kernfrage beantworten: Warum braucht es diese Website? (Sichtbarkeit, Leads, Information, Pflicht)
  • Zielgruppe(n) definieren: Wer kommt auf die Site? Was brauchen diese Leute?
  • Ziele messbar machen: Kontaktanfragen, Downloads, Anmeldungen, Verweildauer
  • Stakeholder identifizieren: Wer entscheidet, wer liefert, wer pflegt?
  • Bestehendes analysieren: Gibt es eine alte Site? Was funktioniert, was nicht?

Best Practice: Alles in einem Kickoff-Dokument festhalten. Maximal 1 Seite. Wenn der Zweck nicht in 2 Sätzen erklärbar ist, ist er nicht klar genug.

2. Inhalt

  • Content Audit: Was existiert bereits? Was kann übernommen, was muss neu?
  • Seitenstruktur / Sitemap: Welche Seiten braucht es? Hierarchie festlegen
  • Inhaltsverantwortung klären: Wer schreibt, wer liefert Bilder, wer gibt frei?
  • Textkonzept: Tonalität, Ansprache (du/Sie), Sprache(n)
  • SEO-Grundlagen: Keyword-Recherche für zentrale Seiten
  • Medien planen: Fotos, Videos, Dokumente – was muss produziert werden?

Best Practice: Inhalt VOR Design. Kein Lorem Ipsum. Realer Content bestimmt das Layout, nicht umgekehrt. Sitemap und Rohtext vor dem ersten Designentwurf.

3. Funktion

  • Funktionale Anforderungen auflisten: Kontaktformular, Suche, Buchungssystem, Login, Mehrsprachigkeit, Filter, etc.
  • Priorisieren: Must-have vs. Nice-to-have (MoSCoW oder einfach Prio 1/2/3)
  • Integrationen klären: Newsletter-Tool, CRM, Buchungssystem, Zahlungsanbieter, APIs
  • Barrierefreiheit: WCAG-Level definieren (A, AA, AAA)
  • Rechte & Rollen: Wer darf was bearbeiten? Freigabeprozesse?
  • Datenschutz: Cookie-Consent, Hosting-Standort, DSGVO/DSG-Konformität

Best Practice: Jede Funktion kostet Geld und Komplexität. Immer fragen: Braucht die Zielgruppe das wirklich? Funktionen, die niemand nutzt, sind Ballast. Lieber schlank starten und iterativ erweitern.

4. Design

  • Moodboard / Referenzen sammeln: Wie soll die Site wirken? Beispiele zeigen lassen
  • Brand-Grundlagen klären: Logo, Farben, Schriften – existiert ein CI/CD?
  • Wireframes erstellen: Seitenaufbau ohne Farben/Bilder – Struktur vor Ästhetik
  • Mobile First: Vom kleinsten Screen aus denken
  • UI-Design: Visuelle Ausarbeitung der Wireframes (Figma, Sketch, XD)
  • Komponentenbibliothek: Wiederverwendbare Elemente definieren (Buttons, Cards, Header-Varianten)
  • Barrierefreiheit im Design: Kontraste, Schriftgrössen, Fokus-States, Touch-Targets
  • Feedback-Runden: Klar definieren – wer gibt wann Feedback, wie viele Runden?

Best Practice: Design ist nicht Dekoration, sondern Kommunikation. Wireframes vor Pixeldesign. Maximal 2 Korrekturschleifen vertraglich festhalten. Design-Entscheide immer an Zielgruppe und Zweck rückbinden, nicht an persönlichem Geschmack.

5. Tech Stack

  • CMS wählen: WordPress, TYPO3, Drupal, Headless, Baukasten – abhängig von Funktion, Budget, Pflege-Kompetenz
  • Hosting bestimmen: Shared, Managed, VPS, Cloud – Standort (DSGVO/DSG), Performance, Support
  • Frontend-Technologie: Block Theme, Classic Theme, Pagebuilder, oder JS-Framework (React, Vue, Astro)
  • Entwicklungsumgebung: Lokal (LocalWP, DDEV), Staging, Produktion – klare Trennung
  • Versionierung: Git – auch bei kleineren Projekten
  • Abhängigkeiten minimieren: Jedes Plugin/Tool ist ein Risiko. Weniger = stabiler
  • Deployment-Prozess: Manuell, Git-basiert, CI/CD – wie kommt Code auf den Server?
  • Lizenzen klären: Premium-Plugins, Schriften, Stockbilder – Kosten und Rechte

Best Practice: Tech Stack folgt den Anforderungen, nicht umgekehrt. Nie eine Technologie wählen, weil man sie kennt, wenn sie nicht passt. Immer fragen: Kann der Kunde das nach Übergabe selbst pflegen? Overengineering ist genauso teuer wie Underengineering.

6. Umsetzung

  • Setup: Entwicklungsumgebung, Repository, Grundinstallation, Starter Theme/Boilerplate
  • Struktur bauen: Seitentypen, Templates, Navigation, Menüs
  • Komponenten entwickeln: Block für Block / Abschnitt für Abschnitt – gemäss Komponentenbibliothek
  • Inhalt einpflegen: Reale Texte und Medien, nicht Platzhalter
  • Funktionen implementieren: Formulare, Integrationen, dynamische Elemente
  • Responsive testen: Laufend, nicht erst am Schluss
  • Barrierefreiheit laufend prüfen: Nicht als letzten Schritt, sondern während der Entwicklung
  • Code Review / Qualitätssicherung: Validierung, Performance, Sicherheit
  • Staging-Abnahme: Kunde prüft auf Staging, nicht auf Produktion
  • Feedback einarbeiten: Klare Runden, dokumentiert, priorisiert

Best Practice: Iterativ arbeiten, früh zeigen. Lieber alle 2 Wochen etwas Fertiges zeigen als 3 Monate im Stillen bauen. Abnahmekriterien VOR der Umsetzung definieren. Scope Creep aktiv managen – jede neue Anforderung ist ein Change Request.

7. Launch & Wartung

Launch:

  • Checkliste abarbeiten: SEO-Basics (Titles, Descriptions, Redirects), Formulare testen, 404-Seite, Favicon, Open Graph
  • Performance prüfen: Ladezeiten, Bildoptimierung, Caching
  • Cross-Browser/Device testen: Mindestens Chrome, Safari, Firefox + Mobile
  • Barrierefreiheit testen: Screenreader, Tastaturnavigation, automatisierte Tests (axe, WAVE)
  • Analytics & Consent einrichten: Tracking erst nach Cookie-Consent
  • Backup & Rollback-Plan: Falls etwas schiefgeht
  • DNS / Go-Live koordinieren: Zeitpunkt abstimmen, SSL prüfen

Wartung:

  • Updates: CMS, Plugins, Theme – regelmässig, nicht ignorieren
  • Backups: Automatisiert, extern gespeichert, Restore testen
  • Monitoring: Uptime, Sicherheit, Performance
  • Content-Pflege: Wer aktualisiert? Redaktionsplan oder Ad-hoc?
  • Support-Modell klären: Stundenbasiert, Retainer, SLA?
  • Iterative Verbesserung: Analytics auswerten, Inhalte optimieren, Funktionen nachrüsten

Best Practice: Launch ist nicht das Ende, sondern der Anfang. Wartungsvertrag VOR Launch besprechen, nicht danach. Kein Launch ohne Backup-Strategie. Erste 2 Wochen nach Launch eng begleiten.