Du bist Grafikerin und hast von (WordPress) Programmierung keine Ahnung? Was nutzen?

Ich bin kein Fan von: Code Qualität von Page Buildern ist immer scheisse. Ladezeiten, Barrierefreiheit und Web-Standards sind immer scheisse.

Im Vergleich zum Code von Entwicklern mag das sein. Aber im Ernst. Es gibt sehr viele WordPress Tools da draussen, mit denen du richtig viele coole Dinge umsetzen kannst und dabei noch richtig flexibel bist.

Auf was lege ich als Entwickler den Fokus, wenn ich „Page/Layout Builder“ nutze?

  • Muss ich die wirklich nutzen? Wenn der Kunde später selbst weiterarbeiten will und unabhängig von mir Seiten erstellen will, dann muss ich die nutzen.
  • Wenn nicht und ich 100% Kontrolle habe, nutze ich keine Page/Layout Builder, sonder nur ACF und meinen Code. So kann ich zusammen mit dem Kunden bestimmen, was er bearbeiten muss und wie er das am liebsten bearbeiten möchte.

Worauf lege ich nun wert, wenn ich Page/Layout Builder in WordPress nutze?

  1. Wie sind die programmiert? Was ist die Grundidee dahinter? Werden grundlegende Web-Standards respektiert?
  2. Wie einfach ist es für No-Coder oder eben GrafikerInnen, damit selbst Seiten zu erstellen?

Bei Punkt 1 gibt es nicht sehr viel Auswahl. Jedenfalls nicht viele, bei denen ich zu Kompromissen bereit bin. Empfehlen kann ich dir dabei die ganze Palette von Kadence. Also das Kadence Theme + Kadence Blocks. Mit der Pro Version, kannst du unheimlich viel umsetzen, auch ohne Code Kenntnisse.

Es gibt sehr viele gute Lernmaterialien und Dokus zu Kadence. Es gibt zum heutigen Stand kein Block Plugin, welches in Bezug auf „semantisch korrektes HTML mit Fokus auf barrierefreiheit“ besser abschneidet als Kadence. Egal welches dynamische/komplexe Element: Slider, Tabs, Accordions, Modals – verschachtelte Unternavigationen – alles ist nur via Tastatur bedienbar und Aria ist korrekt gelabelt. Und das ohne, dass du etwas dazu machen musst. Perfekt.

Und Punkt 2 erfüllt es auch.

Vielleicht hast du mal was von GeneratePress und GenerateBlocks gehört. Wenn du keine Ahnung von HTML, CSS und etwas JavaScript hast – Finger weg. Das Teil ist nicht für No-Coder gedacht und es lohnt sich nicht, damit „programmieren“ zu lernen. Du kannst alles und noch viel mehr, viel schneller mit Kadence erreichen. GeneratePress und GenerateBlocks sind sehr minimale Ausgangspunkte. Du musst dir damit dann alles selbst zusammenbauen. Und für No-Coder ist das unheimlich mühsam. Darum – nutze Kadence.

Am besten testest du das einfach vorher. Lade dir dazu LocalWP herunter. Das ist eine lokale Entwicklungsumgebung mit Fokus auf WordPress. Installieren, Seite einrichten, starten und fertig. Damit kannst du Themes und verschiedene Plugins testen.

Wenn dir der Block Editor und der Ansatz damit nicht gefällt gibt es noch zwei andere Tools/Builder mit einem anderen Ansatz, welchse dir als No-Coder sehr viele Möglichkeiten bieten.

Breakdance Builder – jedes Element ist barrierefrei und die Auswahl an Elementen ist riesig. Dieser Builder liegt den meisten mehr als der Block Editor. Ist viel aufgeräumter als der Block Editor und du siehst immer 1zu1 das Resultat, welches dann der Kunde sieht.

Was ich dir sehr empfehlen kann ist der Yootheme Builder welcher auf UIkit basiert. Macht unheimlich Spass und in Sachen Design & Modernität, ist der Weltklasse.

Ich rate ab von Elementor ab weil …

Elementor ist ein super design Tool und dieser Page Builder ist einer der Gründe, warum WordPress so unheimlich populär wurde. Aber – es ist ein Design-Tool. Die Grundidee war von Anfang an, dass No-Coder damit möglichst alles machen können.

Was jedoch von Anfang an nicht mitberücksichtigt wurde, war Code Qualität, Stabilität und Performance. Das Teil ist nun schon über 8 Jahre alt. Es war ein Vorreiter. Eine Legende.

Wenn du Elementor installierst, hast du im Vergleich zu Kadence, Breakdance oder Yootheme schon nur deshalb einen Ladezeit-Nachteil, weil du es eben installiert hast. Das heisst, das egal was du machst, die Ladezeit deiner Website ist höher im Vergleich zu der Ladezeit der anderen Tools. Wenn du deine Seite 1zu1 wie sie ist mit anderen Tools nachbaust, ist die Ladezeit mit Kadence, Breakdance und Yootheme schneller.

Spielt das eine Rolle? Wenn du wirklich nur ganz minimale Dinge machst und auf Animationen, Slider etc. verzichtest, spielt es keine Rolle. Nutze es weiter. Wenn du damit aber sehr komplexe Funktionen und Layouts umsetzen willst und ggf. noch weitere zusätzliche Plugins installierst, welche Elementor erweitern, kann es sehr schnell mühsam werden.

Auch mit Caching, Skript Optimierung und starkem Server. Ich hatte einmal den Fall, da hat ein Kunde Elementor mit verschiedenen Plugins genutzt. Er konnte damit alles selbst machen. Das Problem? Eine durchschnittliche Ladezeit von 6 Sekunden pro Seitenaufruf. Das ist viel zu viel. Mit modernen Buildern und Tools bekommst du das locker unter 1 Sekunde. Jetzt stell dir vor, jemand macht ein Anbieter-Vergleich. Wartet der nach jedem Klick 6 Sekunden? Oder wählt er einfach den Anbieter aus mit der Seite auf welcher er nie warten muss?

Ich habe dann mit allem was ging versucht, die Seite zu optimieren. Aber auch da, mit allen möglichen Optimierungen – die Seite hat um die 2-3 Sekunden zum laden. 3-4 Sekunden gespart, aber immer noch zu viel. Der Kunde meinte dann, dass ich es halt umbauen soll. So habe ich die Seite 1zu1 mit Kadence umgebaut. Durchschnittliche Ladezeiten mit genau den gleichen Funktionen 700ms – also sogar unter einer Sekunde. Und das nur, weil ich ein anderes Tool genutzt habe.

Ganz wichtig – steh zu deinem Knowhow

Du bist stark in Design und Grafik, hast aber keine Ahnung von HTML, CSS und JavaScript? Das ist kein Problem. Aber wenn der Kunde fragt, kommuniziere es auch so.

Wenn jemand fragt: „Aber kannst du das denn auch? Kannst du programmieren?“
Dann sage, „ich nutze No- und Low-Code Tools zur Entwicklung der Website“.

Die Vorteile für den Kunden:

  • Er kann viele Investitionskosten sparen (teilweise 5000CHF + in Ersparnis)
    • Es muss weniger Zeit in Entwicklung gesetzt werden
    • Es muss nicht schon vorher jedes kleine Detail geplant sein
    • Es braucht weniger Schulung
    • Später kann er selbst Inhalte/Blöcke usw. anpassen, eben genau, weil es ein Low-Code oder No-Code Tool ist.

Wenn der Kunde sagt: „Die Anforderung ist, dass es nicht WordPress sein darf.“ Der Serverstandort aber egal ist, dann nutze etwas wie Wix oder Webflow.

Wenn der Kunde sagt: „Es muss mit Statamic gemacht werden“. Dann musst du halt ablehnen. Das geht unmöglich ohne Code Kenntnisse. Wenn du keine Ahnung von HTML, CSS, JavaScript und PHP hast – erspare es dir. Das kannst du nicht in 4-5 Monaten nebenbei lernen. HTML, CSS und JavaScript schon. Aber dann noch PHP & Laravel, das wird fast unmöglich. Irgendwie musst du das gelernte ja auch noch verdauen können. In der Zeit kannst du 4-5 anderen Kunden helfen.

Und mit Kadence/Breakdance/Yootheme kannst du nach mir 7 von 10 Kunden prima unterstützen. Und wenn es dann etwas Code braucht – die Support Foren wimmeln von coolen Leuten. Da hilft dir fast immer jemand.

Wo du aufpassen musst, ist wenn es um Gemeinde- und Schulseiten geht. Dort würde ich nicht einfach irgegendwelche Page-Builder nutzen, ohne Ahnung von HTML; CSS und JavaScript. Warum? Es gibt bspw. gesetzliche Regelungen, dass Gemeindewebsites barrierefrei sein müssen. Und da reicht es nicht, wenn du einfach ein Plugin installierst – leider. Vielleicht werden die noch besser, ich hoffe es.

Also – was nun nutzen?

  1. Kadence
  2. Yootheme
  3. Breakdance

Und Bricks? Nein – kommst du wieder nicht weit – ist viel eher für Entwickler gedacht. Und nein – es ist nicht besser, schneller, stabiler oder barrierefreier als die drei anderen Optionen. Aber es hat die aggressivsten Influencer, welche sehr viel Müll und Angst verbreiten um Geld zu machen.